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Wie soll die zukünftige Finanzierung

der Rentenversicherung aussehen?


Der Babyboom rollt.

In den Jahren 1956 bis 1968 gab es in Deutschland den sogenannten Babyboom. Heute sind die geburtenstarken Jahrgänge größtenteils noch beschäftigt und sorgen mit ihren Beiträgen für eine prall gefüllte Rentenkasse. Bald aber wechseln diese Frauen und Männer in den Ruhestand.

In den kommenden Jahrzehnten wird sich deshalb das zahlenmäßige Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern immer mehr zu Lasten der beruflich aktiven Bevölkerung verschieben. Es wird Immer weniger Beitragszahler und immer mehr Rentner geben.

Nach einer Modellrechnung der Deutschen Rentenversicherung kommen im Jahr 2045 auf 100 Beitragszahler 70 Rentner. 2016 waren es noch 48 Rentner auf 100 Beitragszahler. Zu einem anderen Ergebnis kommt eine OECD-Studie, nach der 2050 auf 100 Werktätige 59 Rentner kommen.

Welche Zahlen auch immer stimmen mögen, der demografische Wandel ist nicht zu übersehen. Er kommt aber nicht nur durch mehr Alte, sondern vor Allem durch weniger Junge zustande. Die Gesellschaft leidet also daher nicht an einer „Überalterung“, sondern an einer „Unterjüngung“. Wir haben nicht zu viele Alte, wir haben zu wenig Junge. Für die Rentenversicherung entstehen dadurch erhebliche Finanzierungsprobleme.

Politik muss schnell handeln.

Verantwortliche und auf Nachhaltigkeit setzende Politik muss jetzt handeln und die Weichen richtig stellen. Aber leider denken viel zu viele Politiker nur bis zu nächsten Wahltag.

Damit das Sytem nicht völlig zusammenbricht, müssen jetzt gesetzliche Änderungen her. Lösungsvorschläge gibt es viele, die gehen aber immer zu Lasten von irgendwem.

Wie könnte man die Probleme lösen?

Zunächst einmal sollte es keine Denkverbote geben. Vielmehr ist Fantasie gefragt. Alle möglichen Lösungsansätze sind zu durchleuchten, bevor entschieden wird, und zwar möglichst in einem parteipolitischen Konsens. Ich sehe derzeit folgende Möglichkeiten, habe keine Präferenz, finde aber einen Rentensoli ganz passabel, alternativ aber auch das Verfahren in Österreich.

     Hier ein paar Vorschläge:

        1. Renten kürzen
  2. Beiträge erhöhen
  3. Später in Rente gehen
  4. Höhere Steuerzuschüsse
  5. Bürgerversicherung einführen
  6. Wertschöpfungsabgabe einführen
  7. Finanztransaktionssteuer
  8. Spitzensteuersatz erhöhen
  9. Rentensoli schaffen
10. Rententresor einrichten
11. Ein Blick ins Ausland am Beispiel Österreich

 

Zu 1. Renten kürzen
Die Auszahlungen an Rentner werden gesenkt, den Rentnern fehlt das Geld zum Leben, die Altersarmut steigt.

Zu 2. Beitragserhöhungen
Welche Beitragshöhe kann man den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern eigentlich zumuten? 22 Prozent gehen ja vielleicht noch, aber reichen die langfristig? Müssten es nicht möglicherweise sogar 25 Prozent oder noch mehr sein?
Aber werden dann die Arbeitnehmer und die Wirtschaft nicht überfordert? Jedenfalls würden sich die Jungen ärgern, denn ihre Abzüge vom Gehält würden steigen. Derzeit beträgt der Beitragssatz  18,6 % ,  je zur Hälfte von  den  Arbeitnehmern und denArbeitgebern gezahlt.

Zu 3. Später in Rente gehen
Wie lange will man die Menschen arbeiten lassen, bis zum Renteneintritt? Etwa bis zum 70 Lebensjahr oder noch länger? Und welcher Arbeitgeber beschäftigt die Arbeitnehmer so lange? Schon jetzt wird ja kaum noch jemand eingestellt, der 50 Jahre alt oder älter ist.

Denkbar wäre allerdings auch ein flexiblerer Einstieg in die Rente. Wer gewillt isti, länger zu arbeiten, sollte nicht daran gehindert werden. Andererseits müsste es dann auch möglich sein, früher ohne größere Nachteile aus dem Job auszuscheiden - etwa in körperlich sehr belastenden Berufen.


Zu 4. Höhere Steuerzuschüsse
Im Jahr 2017 gab der Bund 90 Milliarden ins Rentensystem. 224 Milliarden wurden durch Beiträge aufgebracht. Wie hoch kann und darf die jährliche Steuerspritze steigen?

Zu 5. Bürgerversicherung einführen
Alle Bürger zahlen einen bestimmten Prozentsatz aus der Summe aller eigenen Einkünfte (Lohnarbeit, Kapitalerträge, Mieteinnahmen, und sonstige Einnahmen) in die Bürgerversicherung ein. Im Sinne paritätischer Beiträge wird bei abhängig Beschäftigen die Hälfte des Betrages vom jeweiligen Arbeitgeber übernommen.

Zu 6. Wertschöpfungsabgabe
In Deutschland wurde sie erstmals durch den Arbeitsminister Ehrenberg (SPD) in der sozialliberalen Koalition Ende der 1970er-Jahre ins Gespräch gebracht. Dahinter steckte die Überlegung, dass für die Arbeit von "Robotern" auch Sozialbeiträge gezahlt werden sollten. Abwertend wurde dieser Ansatz alternativer Sozialversicherungsabgaben als „Maschinensteuer“ oder „Maschinenbeitrag“ bezeichnet.

Zu 7. Finanztransaktionssteuer
Damit könnte die Rentenversicherung finantiert werden. Das geht aber wohl nur auf EU-Ebene. Ein Alleingang Deutschlands würde  die Kapitalmarktgeschäfte ins Ausland vertreiben.

Zu 8. Spitzensteuersatz erhöhen
um damit die Renten zu finanzieren. In Deutschland fallen im Jahr 2018 voraussichtlich knapp drei Millionen Menschen unter den Spitzensteuersatz. Dieser beträgt derzeit 42 Prozent, während der durch Helmut Kohl (CDU) geführten Regierung betrug der Spitzensteuersatz noch 53 Prozent.

Zu 9. Rentensolidaritätszuschlag
Vielleicht sollte man den Solidaritätszuschlag doch nicht abschaffen. Diese Sonderabgabe bringt derzeit dem Bund etwa 20 Milliarden Euro an Steuereinnahmen im Jahr, Tendenz mit den Einkommenszuwächsen steigend.

Kann man aus dem Solidaritätszuschlag einen „Rentensoli“ machen? Dann käme eine respektable Summe für die Rentenkasse zustande. Geringverdiener zahlen gar nicht oder kaum, es sind die Besserverdiener, welche die Milliarden aufbringen. Damit könnte dann  der Rententresor  aufgefüllt werden, (siehe unter Punkt 10)

Zu 10. Rententresor
Die Rentenkasse könnte zum Rententresor werden. Bei guter Konjunktur sollten Beitragsüberschüsse angespart und nicht für Beitragssenkungen verwendet werden. Unter dem Namen Demografiereserve ist das Konzept bekannt, aktuelle Mehreinnahmen für die Zeit zurückzulegen, in der sonst die Beiträge nach der aktuellen Logik auf weit über 20 Prozent steigen würden.

Ein solches Polster wäre keine revolutionäre Idee: In den Siebzigerjahren, bevor die automatische Beitragssenkung eingeführt wurde, betrugen die Rentenreserven teilweise acht Monatsausgaben. Dazu würde dann auch noch der Rentensoli aus Punkt 9 kommen.

Zu 11. Blick nach Österreich
Die Abgaben zur Rentenversicherung betragen in Österreich 22,8 Prozent des Bruttogehalts, liegen also aktuell um 4,1 Prozentpunkte höher als in Deutschland. Davon trägt der Arbeitnehmer weniger als die Hälfte: 10,25 Prozentpunkte. 12,55 Prozentpunkte übernimmt der Arbeitgeber.

In Österreich zahlen außerdem alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung ein, auch Selbstständige. Man stelle sich einmal vor, die Schröder-Regierung hätte damals nicht die Riesterrente mit 4% vom Einkommen als Einzahlung nur durch die Arbeitnehmer beschlossen, sondern hätte diese 4% in die gesetzliche Rentenversicherung fließen lassen. 2% würden durch die Arbeitnehmer und 2% durch die Arbeitgeber entrichtet.

Wir wären dann bei den Abgaben zur Rentenversicherung in etwa der gleichen Höhe, wie in Österreich. Wenn dann auch noch die Arbeitgeber, wie in Österreich 2,3 % mehr zahlen würden, als die Arbeitnehmer, dann ….. Das Prinzip funktioniert in Österreich übrigens seit mehr als 30 Jahren so.

Der österreichische Durchschnittsrentner erhält damit rund 500 Euro monatlich mehr als der deutsche Durchschnittsrentner. Österreichische Rentner erhalten also ca. 50 Prozent mehr Geld als Rentner in Deutschland. Außerdem wird die Monatsrente in Österreich 14 Mal gezahlt, nämlich auch voll als Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

(Wird ergänzt und fortgesetzt, wenn weitere Ideen auftauchen und zwar ohne Wertung)

    Wenn sie einzelne "Vorschläge" besonders ablehnen oder befürworten, dann schreiben sie mir doch eine E-Mail. Wird garantiert auf meiner Homepage veröffentlicht. Versprochen.



 


  
 

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